Frontschweine

 

Die Arbeit am Text stellt sich bei dieser Produktion als besonders schwierig heraus.
Nicht mehr oder weniger unbedeutend als bei jedem anderen Theaterstück und doch völlig anders.
Im Unterschied zu den meisten Stücktexten besteht die Collage für Frontschweine zu 100% aus wahren Aussagen, nichts ist Fiktion.
Und wie jeder weiß: nichts ist so hart wie die Realität.

Ein Stück über Menschen:Krieger:Soldaten:Söldner
mit dem Blick der Medien in Kontext gesetzt.

Als Text dienen reale Aussagen von Veteranen aus Vietnam, Irak und Afghanistan im Rahmen der „Winter-Soldier“-Anhörungen, geheime Tonbandaufnahmen von Gesprächen deutscher Kriegsgefangener und die Aussagen von Major Siegfried Müller, der sich in den 60er-Jahren im Kongo als Söldner verdingte, aus dem Dokumentarfilm „Der lachende Mann“.

Zentraler Punkt der multimedialen Aufarbeitung ist die Übertragung der Theatervorstellung im Internet mit Hilfe des Live-Streaming-Verfahrens. Dadurch kann die Aufmerksamkeit des Zusehers vor dem Bildschirm unter Einsatz von Perspektivenwechsel und Schnitten beeinflusst werden bis hin zu erheblichen, inhaltlichen Abweichungen von der zeitgleich stattfindenden Theatervorstellung. Es entsteht ein künstliches Abbild des medial-situativen Referenzrahmens der Soldatenaussagen, wodurch ein medienkritischer Blick frei wird, auf Kriegserinnerungen und Soldatentum.

Eine Koproduktion mit theater quadrat

Von und mit: Paula Perschke, Werner Halbedl, Alexander Kropsch, Peter Spall, Andreas Thaler

Premiere am 17. November, Theater im Keller, Graz, 20 Uhr
weitere Vorstellungen vom 20. bis 24. November, jeweils 20Uhr

„…und dann wusste ich was Angst ist. Es ist das dumpfe Gefühl, dass etwas passieren könnte…“

Trailer

Aufzeichnung

Blog zur Produktion